Die IR- und ATR-Infrarotspektroskopie ist eine der präzisesten Methoden zur Analyse von organischen Materialien, Kontaminationen und Oberflächenrückständen. Für Industrie, Produktion und Qualitätssicherung liefert nanoAnalytics schnelle, zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse auf Basis wissenschaftlicher Expertise und moderner Labortechnologie.

Quick-Facts für industrielle Entscheider

  • Analyse unter Umgebungsbedingungen – kein Vakuum nötig
  • Schnelle Materialidentifikation durch Spektrenabgleich
  • ATR-Informationstiefe: 0,5–3 µm
  • Geeignet für Feststoffe, Filme, Schichten & Flüssigkeiten
  • Typische Anwendungen: Kontaminationen, Polymerabbau, Rückstände
  • Komplementäre Analysetechniken sind oft die Photoelektronenspektroskopie (XPS), Sekundärionenmassenspektrometrie (ToF-SIMS) und Rasterelektronenmikroskopie/Röntgenmikrobereichsanalytik (REM/EDX).

nanoAnalytics arbeitet als akkreditiertes Labor.

Eindringtiefen von Oberflächenphänomenen: Übersicht physikalischer und chemischer Effekte von der atomaren Lage bis in den Nanometerbereich (0,3–100+ nm).
Eindringtiefen von Oberflächenphänomenen: Übersicht physikalischer und chemischer Effekte von der atomaren Lage bis in den Nanometerbereich (0,3–100+ nm).

Warum IR-/ATR-Spektroskopie für Industriekunden unverzichtbar ist

Schnelle Ursachenklärung in der Qualitätskontrolle

IR-/ATR-Spektroskopie ermöglicht die sofortige Analyse von Rückständen, Partikeln und filmischen Ablagerungen – ideal zur schnellen Schadensdiagnostik und Reklamationsbearbeitung.

Präzise Materialidentifikation

Anhand charakteristischer Absorptionsbanden lassen sich Polymere, Additive, Öle, Fette und organische Kontaminationen sicher bestimmen.

Hohe Prozesssicherheit

Industrieunternehmen setzen IR-/ATR-Analytik ein, um Materialeingänge zu prüfen, Prozessfehler zu verhindern und Ausschuss zu reduzieren.

Kompaktes FT-IR/ATR-Spektrometer von Bruker zur schnellen Materialanalyse und Polymeridentifikation.
Kompaktes FT-IR/ATR-Spektrometer von Bruker zur schnellen Materialanalyse und Polymeridentifikation.

Technischer Deep Dive für Ingenieure und Experten

Grundprinzip der IR-Spektroskopie

Die IR-Spektroskopie misst die Absorption infraroter Strahlung, die Moleküle zu charakteristischen Schwingungen anregt. Der IR-Bereich umfasst Wellenlängen von 800 nm bis 1 mm.

ATR – Analyse der oberflächennahen Zone

Bei der ATR-Infrarotspektroskopie wird IR-Strahlung in einem Kristall (Diamant, ZnSe, Ge) total reflektiert, wobei die evaneszente Welle 0,5–3 µm in die Probe eindringt. Das ermöglicht zerstörungsfreie, oberflächennahe Materialanalysen nahezu ohne Probenvorbereitung.

Funktionsprinzip der ATR-Infrarotspektroskopie: Zerstörungsfreie Oberflächenanalyse mittels Totalreflexion an der Probenoberfläche.
Funktionsprinzip der ATR-Infrarotspektroskopie: Zerstörungsfreie Oberflächenanalyse mittels Totalreflexion an der Probenoberfläche.

Typische industrielle Anwendungsfälle

1. Oberflächen- und Bauteilreinigung

Identifikation von Ölen, Reinigungsmitteln, Fetten und filmischen Rückständen auf Bauteilen.

2. Kontaminationsanalyse

Mit IR-Mikroskopie können Partikel, Einschlüsse und Mikroverunreinigungen zuverlässig charakterisiert werden.

IR-Spektren im Vergleich: Charakteristische Banden von Baumwolle (Cellulose) und Polypropylen (PP)
IR-Spektren im Vergleich: Charakteristische Banden von Baumwolle (Cellulose) und Polypropylen (PP)

3. Polymerdiagnostik

IR liefert schnelle Hinweise auf Vernetzung, thermischen Abbau oder Alterungsprozesse.

4. Haftungs- & Beschichtungsprobleme

Schichtfehler, Delaminationen oder organische Einschlüsse lassen sich effizient bewerten.

5. Fehler- & Schadensanalysen

Beispielsweise zur Analyse von Fehlstellen wie Einschlüssen in Lacken oder Polymeren.

 

Probenvorbereitung & Artefaktvermeidung

Best Practices

  • Kontaminationsfreies Handling (keine Fingerabdrücke)
  • Probe trocken und lösemittelfrei halten
  • Guter Kontakt zwischen Probe und ATR-Kristall
  • Homogene Probenoberfläche
  • Pulver leicht anpressen

Typische Artefakte

  • Baseline-Shifts durch Kontaktprobleme
  • Wasserbanden (3300 / 1640 cm⁻¹)
  • Überlagerungseffekte bei starken Absorbern

Weitere Hinweise finden Sie in unseren Präparationstechniken.

Materialcharakterisierung und Elementanalyse: Identifikation von Metallen und chemischen Substanzen in der Oberflächenanalytik.
Materialcharakterisierung und Elementanalyse: Identifikation von Metallen und chemischen Substanzen in der Oberflächenanalytik.

IR-/ATR-Spektroskopie im Vergleich zu anderen Analyseverfahren

Verfahren Informationstiefe Vorteile Typische Anwendungen
ATR-IR 0,5–3 µm Schnell, keine Präparation, oberflächenempfindlich Kontaminationen, Polymere, Rückstände
Transmission-IR Abhängig von Probendicke Hohe Signalintensität Flüssigkeiten, dünne Filme
XPS Wenige nm Element- & Bindungsanalyse Oberflächenchemie, Korrosion
ToF-SIMS nm-Bereich Molekülfragmente, Imaging Additive, dünne Rückstände
REM/EDX ~1 µm Elementanalyse Metalle, Partikel, Legierungen

Vertiefende Verfahren: XPS-Analysen | ToF-SIMS-Analysen | Oberflächenanalytik

FAQ: Infrarotspektroskopie in der Industrie

Was ist eine IR-Messung?

Eine IR-Messung nutzt Infrarotlicht, um den molekularen Fingerabdruck einer Substanz anhand ihrer Atomschwingungen zu bestimmen. Sie dient der schnellen Identifizierung von Materialien sowie der Reinheitsprüfung in der Qualitätskontrolle.

Wofür steht ATR in IR?

ATR steht für Attenuated Total Reflection (abgeschwächte Totalreflexion). Bei dieser Technik dringt das Infrarotlicht über einen Kristall nur wenige Mikrometer tief in die Probenoberfläche ein, was die Analyse ohne aufwendige Probenvorbereitung ermöglicht.

 

Worin besteht der Unterschied zwischen FTIR und ATR?

FTIR beschreibt die physikalische Funktionsweise des Messgeräts (Fourier-Transform-Infrarot), das alle Wellenlängen gleichzeitig erfasst. ATR ist lediglich das Probenahme-Zubehör, mit dem die Oberfläche einer Probe direkt auf einem Kristall gemessen wird.

 

Wie tief misst ATR?

Die Messtiefe der ATR-Spektroskopie liegt typischerweise zwischen 0,5 und 3 µm. Damit eignet sich das Verfahren hervorragend für die Charakterisierung von Oberflächen, Beschichtungen und dünnen Filmen.

 

Welche Materialien eignen sich für die IR-Analyse?

Die Methode ist ideal für organische Stoffe, Polymere, Kunststoffe, Öle, Klebstoffrückstände und Partikel. Auch Flüssigkeiten und Pasten können ohne Vorbehandlung direkt auf den ATR-Kristall aufgetragen werden.

Ist IR/ATR zerstörungsfrei?

Ja, die IR/ATR-Analyse ist weitgehend zerstörungsfrei, da lediglich ein minimaler mechanischer Anpressdruck auf die Probe ausgeübt wird. Nach der Messung bleibt die Probe in der Regel chemisch unverändert und kann für weitere Untersuchungen genutzt werden.

Wie schnell liegen die Ergebnisse vor?

Erste Ergebnisse der IR-Analyse liegen oft schon nach wenigen Minuten vor. Vollständige Berichte umfangreicherer Untersuchungen dauern in der Regel 2 bis 10 Tage, abhängig vom Umfang der labortechnischen Auswertung.

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